Strukturelle Reformen statt Schmerzensgeld für Lehrpersonen
FDP, SVP und EDU haben das Referendum gegen die Änderung des Lehrpersonalgesetzes ergriffen, zusammen mit weit mehr als der Hälfte der Gemeinden. Die vorgesehenen Erhöhungen des Stundenansatzes für Lehrpersonen sind finanziell nicht tragbar und bringen keinen pädagogischen Mehrwert.
Lehrpersonen im Kanton Zürich verdienen gut. Der Einstiegslohn von Kindergartenund Primarschullehrpersonen liegt bei knapp 100 000 Franken (bei 100 %), der Maximallohn bei über 150 000 Franken. Das sind schweizweite Rekordwerte – sie liegen mehr als 20 % über dem Schnitt aller Deutschschweizer Kantone, trotz identischer Ausbildung. Auch der Lohn pro Lektion bricht mit 99 Franken alle Rekorde. Basel-Stadt etwa bezahlt seinen Kindergartenlehrpersonen nur zwei Drittel davon.
Dieser Stundenlohn soll nun auf Drängen der Lehrergewerkschaften hin weiter deutlich steigen. Insgesamt sollen für dieselbe Unterrichtsleistung 83 Mio. Franken mehr Lohn ausbezahlt werden – jährlich. Die Verbände vermeiden den Begriff «Lohnerhöhung» und sprechen von «Entlastung ». Der Lohn pro unterrichtete Stunde soll aber unbestrittenermassen steigen, ohne dass wesentliche strukturelle, entlastende Massnahmen vorgesehen sind.
Braucht es denn eine Entlastung? Ja. Die Schule ist in den letzten Jahren zu kompliziert geworden. Die Personalverbände sind hier mitverantwortlich, haben sie doch jeden ideologisch getriebenen Firlefanz unterstützt. Pädagogische Experimente seien «nicht verhandelbar » – explodierende Bildungskosten bei zugleich schlechteren Bildungsresultaten gehen aber offenbar in Ordnung.
Nun ist ein höherer Stundenlohn aber keine Entlastung, sondern bestenfalls ein Schmerzensgeld. Denn ein unbefriedigendes Arbeitsumfeld bleibt unbefriedigend, unabhängig vom Stundenlohn. Deshalb hat die FDP in den letzten Jahren zahllose Vorstösse eingebracht, welche die Probleme an der Wurzel packen. Damit würden nicht nur die Lehrpersonen echt entlastet – auch die Kinder würden von einer besseren Bildung profitieren.
Letztlich waren die Bürgerlichen trotz Bedenken bereit, einen Teil der Mehrkosten zu gewähren. Aber Mitte-Links wollte das volle Programm, hat das Fuder überladen und sich damit ein doppeltes Referendum eingehandelt.
Die Volksschule braucht Lösungen. Die Probleme einfach mit immer mehr Geld zu überdecken, ist aber keine Lösung. Unterstützen Sie deshalb das Referendum und sagen auch Sie im Herbst Nein zum neuen Lehrpersonalgesetz.