Lager streichen? Das trifft die Falschen

Der Lehrerverband droht nach dem deutlichen Nein zum Lehrpersonalgesetz mit Abstrichen beim Angebot. FDP-Kantonsrat Marc Bourgeois hat dem Tages-Anzeiger gesagt, wie das einzuschätzen ist. Hier die Kurzfassung.

Fast 60 Prozent haben am 27. September Nein gesagt zum Lehrpersonalgesetz. Das war kein Nein zu den Lehrpersonen. Es war ein Nein zu 83 Millionen Franken im Jahr, die an den Gründen für die Überlastung nichts geändert hätten.

Jetzt kommt die Antwort des Verbands: Ausflüge, Lager und Elternabende auf den Prüfstand. Dazu feste Bürozeiten. Marc Bourgeois, Mitglied der Bildungskommission, findet im Tages-Anzeiger klare Worte. Das sei «keine geschickte Reaktion». Es wirke wie «eine symbolische Strafaktion gegen Kinder und Eltern». Und eine, die «kaum etwas bringt». Wir verurteilen das.

Die Bürozeiten? «Diese Aussage hat etwas Trotziges», sagt Bourgeois. Er glaube kaum, dass sich Lehrpersonen freuen, wenn sie 47 Wochen im Jahr von 7.30 bis 17 Uhr im Schulhaus sitzen müssten. Der Beruf bringe viele Freiheiten. Dafür korrigiere man halt auch mal am Wochenende eine Prüfung.

Und die Lager? «Das sind Zusatzprogramme für Kinder, nicht für Eltern.» Ganz darauf zu verzichten, wäre schade. Wie wäre es mit weniger aufwendigen Ausflügen, dafür öfter spontan «in die Badi oder in den Wald»? Bei den Terminen für Eltern sieht er dagegen Luft: «Die Schule soll Kinder bilden, nicht Eltern beglücken.»

Wo liegt das Problem wirklich? «Die Schule ist zu kompliziert geworden.» Es reden immer mehr Leute mit: Förderlehrpersonen, Heilpädagoginnen, Schulsozialarbeit, Klassenassistenzen. Je mehr Leute für ein Kind zuständig sind, desto mehr muss man sich absprechen. Dazu kommen Formulare, Abklärungen und Dokumentation. «Daran sind nicht die Lehrpersonen schuld, es ist ein systemisches Problem.» Und: «Nicht alles muss bei den Klassenlehrpersonen landen.» Sie sollen sich auf den Unterricht konzentrieren können.

Auch höhere Pensen helfen. «Je höher die Pensen, desto weniger Schnittstellen gibt es.» Darum fordert die FDP ein Mindestpensum von «in der Regel» 50 Prozent. Eine Wunderlösung ist das nicht. Aber es trägt zur Lösung bei.

Lehrerinnen und Lehrer tragen Verantwortung. Die FDP auch. Darum sagen wir: Kinder und Eltern dürfen nicht büssen. Und darum packen wir die Ursachen an: weniger Papier, weniger Zuständige, mehr Zeit für den Unterricht. Der Kantonsrat ist jetzt am Zug. Wir sind bereit. Zürich funktioniert nicht von selbst.